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Wurzeln der Christlichen Meditation

Die Geschichte der christlichen Meditation ist genauso lang wie die Geschichte des Christentums selbst. Jesus ist ebenso selbstverständlich ein Lehrer der Kontemplation als er auch ein Lehrer der Gewaltlosigkeit ist.
Die Evangelien zeigen im Leben Jesu die Notwendigkeit der Balance zwischen Kontemplation und Handeln in einzigartiger Weise auf. Das Wirken Jesu steht stets in Balance zwischen sozialem Engagement auf der einen und Zeiten der Stille, des Gebetes auf der anderen Seite.
Beginnend mit den Wüstenvätern und -müttern, der frühen christlich-klösterlichen Bewegung im 3. und 4. Jahrhundert, entstand eine Gewichtung auf diese Form des kontemplativen Gebetes. Dieser Tradition folgend entsprangen bedeutende Lehrer wie John Cassian (gest. 435), der heilige Bendikt (480-547) und später der unbekannte Autor des Klassikers aus dem 14. Jahrhundert „Die Wolke des Nichtwissens“.
Für all diese Lehrer war es wichtig in eine persönliche Erfahrung mit Gott einzutreten, anstatt nur davon zu hören und darüber zu diskutieren. Cassian nannte diese tiefgreifende Begegnung mit Gott auch „dem Lehrer begegnen“. Die persönliche Begegnung wird vom Kontext der Tradition und kollektiver Weisheit begünstigt, die eigene spirituelle Praxis ist jedoch zwingend notwendig. Der Beginn der Meditationspraxis benötigt Zeit, aber es führt zu einer bewussten Beziehungserfahrung. Das heißt die Liebe Gottes (welcher Liebe ist) wird zunehmend spürbarer, erfahrbarer in deinem täglichen Leben. Diese Liebe führt zu der sicheren Erkenntnis, ein fester Bestandteil der menschlichen Familie zu sein.
John Main hat die christliche Tradition der Meditation in den Lehren Cassians und in den Lehren seiner eigenen monastischen Tradition wiederentdeckt und hat sie den Menschen wieder zugänglich gemacht. Dies begann in den 70er Jahren und er unterrichtete diese Lehre bis zu seinem Tode im Jahr 1982. Nach seinem Tode hat sein damaliger Student, der heutige Benediktinermönch, Laurence Freeman, es sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition der christliche Meditation an Menschen in der ganzen Welt weiter zu geben. Hierfür wurde im Jahre 1991 die „Weltgemeinschaft für christliche Meditation“ in New Harmony (Indiana/USA) gegründet, dessen geistiges Oberhaupt Vater Laurence Freeman bis heute ist.
Die radikale Einfachheit dieser Form der Meditation macht sie zugänglich für alle Suchenden und ist in den spirituellen Traditionen aller Glaubensrichtungen zu finden. Aus diesem Grunde ist es eine ideale Form der spirituellen Praxis für unsere heutige Welt.