Grußwort von Laurence Freeman OSB

Gemeinsam mit der deutschen Gemeinschaft möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen.

Wie immer Sie auf diese Seite gestoßen sind, so hoffe ich, dass die Zeit, die Sie hier verbringen, Ihre geistige Suche bereichern wird.
Unsere heutige Welt wird immer globaler. Dieses neue Bewusstsein von Universalität ist ein Zeichen des Wachstums und eine neue Hoffnung für die Menschheit. Doch haben wir es ebenso nötig, ansässig zu sein – dazu zu gehören und Wurzeln zu schlagen.
Meditation ist ein großartiges Zeichen dafür. Zum einen ist die Meditation universell, zum anderen erlernen wir sie in einer bestimmten Tradition. Und wenn wir dann erfolgreich sind, finden wir uns wieder in einer Gemeinschaft geistiger Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung.
Die Weltgemeinschaft für christliche Meditation ist global tätig und dennoch hat jedes Land, jede Region auch eine eigene Gemeinschaft. Also, herzlich willkommen in unserer Gemeinschaft! Ich hoffe, Ihr Besuch wird Ihnen helfen, Inspiration zu finden, Nahrung für die geistige Reise mitzunehmen und eine Erfahrung der Freundschaft im Geist zu machen.
Laurence Freeman OSB

John Main: Schweigen und Stille - jeden Tag

16.Mai

Wir kommen zu unserer Meditation, ohne etwas erleben zu wollen, auch nicht die Erfahrung von Licht oder Erleuchtung. Wir kommen zu ihr, weil wir verstanden haben, dass jeder von uns in seinem Leben mit dem in Kontakt treten muss, was wesentlich ist. Wir kommen zur Meditation, weil wir wissen, dass wir unser Leben nicht mehr sinnerfüllt leben können, wenn wir uns nicht in aller Ernsthaftigkeit und Disziplin aufmachen, um uns für die Quelle von Sinn zu öffnen, um uns in unserem tiefsten Selbst finden zu lassen.

Wir alle, die wir auch nur die geringste Ahnung davon haben, worum es im christlichen Evangelium geht, wir alle wissen, dass wir durch Liebe und aus Liebe geschaffen wurden. Das wissen wir oder zumindest vermuten wir es. Aber wir wissen auch, dass Liebe nicht eingefordert werden kann. Liebe kann nicht verdient werden, Liebe wird geschenkt, und in Jesus wird jedem von uns offenbart, wie groß das Ausmaß der Liebe Gottes zu jedem von uns persönlich ist. Jesus selbst hat uns gesagt, dass Er Seine Liebe in unsere Herzen gelegt hat. Durch die Meditation versuchen wir nicht, Gottes Liebe zu erwerben oder zu verdienen, sondern wir haben uns einfach vorgenommen, offen zu sein für das, was uns geschenkt ist, für das, was ist.

John Main in: In The Beginning

Übersetzt von Christiane Floyd

Aus: Daily Readings with John Main: Silence and Stillness in every season.
Paul Harris (ed.), MedioMedia, Singapore 2010