• WCCM-Seminar 2020

    Das WCCM-Seminar findet 2020  vom 14. - 16.8.2020, im Kloster Oberzell (Würzburg) statt.

    Leitung: Laurence Freeman, OSB. Info (pdf, 131 kb)

  • Bonnevaux

    Erfahren Sie den aktuellen Stand der Bauarbeiten unseres Klosters in Bonnevaux, Frankreich. 

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  • Der neue Meditatio Newsletter

    Der neue Meditatio Newsletter ist in deutscher Übersetzung hier verfügbar.

Grußwort von Laurence Freeman OSB

Gemeinsam mit der deutschen Gemeinschaft möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen.

Wie immer Sie auf diese Seite gestoßen sind, so hoffe ich, dass die Zeit, die Sie hier verbringen, Ihre geistige Suche bereichern wird.
Unsere heutige Welt wird immer globaler. Dieses neue Bewusstsein von Universalität ist ein Zeichen des Wachstums und eine neue Hoffnung für die Menschheit. Doch haben wir es ebenso nötig, ansässig zu sein – dazu zu gehören und Wurzeln zu schlagen.
Meditation ist ein großartiges Zeichen dafür. Zum einen ist die Meditation universell, zum anderen erlernen wir sie in einer bestimmten Tradition. Und wenn wir dann erfolgreich sind, finden wir uns wieder in einer Gemeinschaft geistiger Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung.
Die Weltgemeinschaft für christliche Meditation ist global tätig und dennoch hat jedes Land, jede Region auch eine eigene Gemeinschaft. Also, herzlich willkommen in unserer Gemeinschaft! Ich hoffe, Ihr Besuch wird Ihnen helfen, Inspiration zu finden, Nahrung für die geistige Reise mitzunehmen und eine Erfahrung der Freundschaft im Geist zu machen.
Laurence Freeman OSB

John Main: Schweigen und Stille - jeden Tag

24. Februar

Die Leute fragen mich oft: „Welche Fortschritte kann ich in meiner Meditation erwarten?“ Ich denke, es ist wichtig für uns zu verstehen, dass unser Fortschritt nur in der Stille und den Früchten der Stille zu finden ist. Es ist nicht angebracht, nach Fortschritt dabei zu suchen, wie wir die Meditation erleben. Fragen Sie sich nicht: „Schwebe ich?“ oder „Habe ich Visionen?“ Das hat keinerlei Bedeutung, und wenn Sie tatsächlich Visionen haben oder sich schwebend fühlen, dann liegt das eher an der Menge von Sodawasser, die sie trinken, als am Geist!

Die Treue zum Weg der Meditation erlaubt es uns, über diese Art von materialistischer Spiritualität hinauszugehen. Stattdessen sind wir in der Lage, unseren Fortschritt im Licht eines tieferen Verständnisses der Bedeutung der Schrift zu sehen. Nehmen wir zum Beispiel diese Worte des heiligen Paulus an die Epheser:

„Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und Frieden den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.“ (Eph 2:17,18)

Hier ist die Botschaft für uns, dass Jesus all dies bereits erreicht hat, indem Er für uns den Weg zum Vater geöffnet hat. Wir müssen nichts tun, um dies zu erreichen. So ist es nun einmal. Wir haben Zugang zum Vater in Ihm, und alles, was wir tun müssen, ist, dies zu verwirklichen. Um diese Verwirklichung geht es bei der Meditation. Wie wir den „Fortschritt“ erleben, ist völlig unwichtig, es kommt nur auf den Prozess an, in dem wir unser Herz, unser Bewusstsein, für die großartige Wirklichkeit öffnen, die sich in unserem Herzen abspielt. Dort in unserem Herzen betet der Geist Jesu den Vater an, liebt Ihn und kehrt ständig in Liebe zu Ihm zurück.

John Main in: Word Made Flesh

Übersetzt von Christiane Floyd

Aus: Daily Readings with John Main: Silence and Stillness in every season.
Paul Harris (ed.), MedioMedia, Singapore 2010