• Online Meditationsgruppe

    Für alle, die gerne in einer Meditationsgruppe meditieren möchten, aber es aus irgendwelchen Gründen nicht können, gibt es neuerdings zwei deutschsprachige Online-Meditationsgruppen.

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    Die Vorträge des diesjährigen WCCM-Seminars in Oberzell finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.

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    Erfahren Sie den aktuellen Stand der Bauarbeiten unseres Klosters in Bonnevaux, Frankreich. 

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  • Der neue Meditatio Newsletter

    Der neue Meditatio Newsletter ist in deutscher Übersetzung hier verfügbar.

  • Seid stille und erkennet

    Vortrag von Laurence Freeman OSB am 18.9.2020 im Wien Info

Grußwort von Laurence Freeman OSB

Gemeinsam mit der deutschen Gemeinschaft möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen.

Wie immer Sie auf diese Seite gestoßen sind, so hoffe ich, dass die Zeit, die Sie hier verbringen, Ihre geistige Suche bereichern wird.
Unsere heutige Welt wird immer globaler. Dieses neue Bewusstsein von Universalität ist ein Zeichen des Wachstums und eine neue Hoffnung für die Menschheit. Doch haben wir es ebenso nötig, ansässig zu sein – dazu zu gehören und Wurzeln zu schlagen.
Meditation ist ein großartiges Zeichen dafür. Zum einen ist die Meditation universell, zum anderen erlernen wir sie in einer bestimmten Tradition. Und wenn wir dann erfolgreich sind, finden wir uns wieder in einer Gemeinschaft geistiger Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung.
Die Weltgemeinschaft für christliche Meditation ist global tätig und dennoch hat jedes Land, jede Region auch eine eigene Gemeinschaft. Also, herzlich willkommen in unserer Gemeinschaft! Ich hoffe, Ihr Besuch wird Ihnen helfen, Inspiration zu finden, Nahrung für die geistige Reise mitzunehmen und eine Erfahrung der Freundschaft im Geist zu machen.
Laurence Freeman OSB

John Main: Schweigen und Stille - jeden Tag

27. Oktober

Meditation ist ein sehr einfaches Konzept. Es enthält nichts Kompliziertes, nichts Esoterisches. Esist das einfachste Konzept, das man sich vorstellen kann, und das Schöne daran ist, dass es uns dazubringt, Einfachheit zu erleben. Bei der Meditation geht es im Wesentlichen einfach darum, still inder Mitte unseres Seins zu verweilen. Damit ist nur ein Problem verbunden: wir leben in einer Weltvon fast rasender Bewegung, und für die meisten von uns erscheinen Stille und Verwurzelt-Seinziemlich fremd. In der Natur dringt jedoch alles Wachstum aus der Mitte nach außen. Die Mitte istder Ort, aus dem wir unseren Ursprung nehmen, und genau darum geht es bei der Meditation. Wirkommen in Berührung mit der ursprünglichen Mitte des eigenen Seins. Du kehrst zurück zumGrund deines Seins, zu deinem Ursprung, zu Gott. Gott zu kennen, zu wachsen und still zu sein,sind alles Erfahrungen in der Mitte unseres Seins.Der heilige Johannes vom Kreuz befasste sich damit, worauf es bei der Meditation wesentlichankommt. Er schrieb: „Gott ist die Mitte meiner Seele“. Ein großes religiöses Dilemma unserer Zeitist, dass diejenigen von uns, die sich selbst als religiös betrachten, versuchen, Gott verstandesmäßigzu erfassen, während diejenigen von uns, die nicht offen religiös sind, Gott aus ihrem Lebenverbannen. Wir müssen uns alle darüber klar werden, dass wir nur dann irgend etwas Sinnvollesüber Gott sagen können, wenn wir Ihn in uns selbst aufspüren; wenn wir uns auf den Weg derSelbstfindung begeben, auf die Pilgerreise zu unserem eigenen Wesenskern.

John Main in: The Way of Unknowing
Übersetzt von Christiane Floyd

Aus: Daily Readings with John Main: Silence and Stillness in every season.
Paul Harris (ed.), MedioMedia, Singapore 2010

 

                 

25. Oktober

Die Kunst der Meditation ist, das Mantra sagen zu lernen; es in deinem Herzen freizusetzen, so dasses in deinem Herzen jederzeit als Mittelpunkt der Stabilität in den Tiefen deines Seins erklingt. Auschristlicher Sicht besteht der Reichtum des Gebets, der Meditation, ja unseres ganzen Seins, darin,dass wir dem Geheimnis Gottes begegnen können, jedoch nur in der Tiefe von uns selbst.Insgesamt ist der Weg der Meditation ein Weg der Gewaltlosigkeit. Daher erfordert die Kunst, dasMantra zu sagen, keine Kraftanstrengung, sondern eher anhaltende Zartheit und Ausdauer. Beidieser Haltung müssen wir bleiben, wenn wir lernen wollen, das Mantra zu sagen. Dabei müssenwir durch dick und dünn, in guten wie schlechten Zeiten, unsere eigenen Gedanken, Pläne undVorstellungen sowie alle unsere eigenen Bilder aufgeben. Und so lernen wir auch, jede Meditationmit neuer Frische des Geistes anzugehen. Jede Meditation ist ein Neuanfang, ein neuer Aufbruchzur Pilgerreise hinaus über unser Selbst, über alle Grenzen, und hinein in das Wunder Gottes. Wennwir meditieren, versuchen wir einfach, unser Mantra so treu und großherzig wie möglich zu sagen.

John Main in: The Heart of Creation
Übersetzt von Christiane Floyd

Aus: Daily Readings with John Main: Silence and Stillness in every season.
Paul Harris (ed.), MedioMedia, Singapore 2010