• Advent

    Traditionell schreibt Laurence Freeman OSB Reflexionen zum Advent. Lesen Sie hier die Betrachtungen 2019.

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  • WCCM-Seminar 2020

    Das WCCM-Seminar findet 2020  vom 14. - 16.8.2020, im Kloster Oberzell (Würzburg) statt.

    Leitung: Laurence Freeman, OSB.

  • Bonnevaux

    Erfahren Sie den aktuellen Stand der Bauarbeiten unseres Klosters in Bonnevaux, Frankreich. 

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  • Der neue Meditatio Newsletter

    Der neue Meditatio Newsletter ist in deutscher Übersetzung hier verfügbar.

Grußwort von Laurence Freeman OSB

Gemeinsam mit der deutschen Gemeinschaft möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen.

Wie immer Sie auf diese Seite gestoßen sind, so hoffe ich, dass die Zeit, die Sie hier verbringen, Ihre geistige Suche bereichern wird.
Unsere heutige Welt wird immer globaler. Dieses neue Bewusstsein von Universalität ist ein Zeichen des Wachstums und eine neue Hoffnung für die Menschheit. Doch haben wir es ebenso nötig, ansässig zu sein – dazu zu gehören und Wurzeln zu schlagen.
Meditation ist ein großartiges Zeichen dafür. Zum einen ist die Meditation universell, zum anderen erlernen wir sie in einer bestimmten Tradition. Und wenn wir dann erfolgreich sind, finden wir uns wieder in einer Gemeinschaft geistiger Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung.
Die Weltgemeinschaft für christliche Meditation ist global tätig und dennoch hat jedes Land, jede Region auch eine eigene Gemeinschaft. Also, herzlich willkommen in unserer Gemeinschaft! Ich hoffe, Ihr Besuch wird Ihnen helfen, Inspiration zu finden, Nahrung für die geistige Reise mitzunehmen und eine Erfahrung der Freundschaft im Geist zu machen.
Laurence Freeman OSB

John Main: Schweigen und Stille - jeden Tag

29. Januar

Der große Meister des Gebets im vierten Jahrhundert, unser Meister, Johannes Cassianus, hatte diese Gefahr bereits erkannt und sie die pax perniciosa, den verderblichen Frieden, genannt. Sein anschaulicher Satz weist auf etwas hin, an das wir sich erinnern müssen, wenn wir jemals denken, dass wir einfach sagen können: „Bis hierher und nicht weiter, das wird reichen.“ Die wörtliche Bedeutung von perniciosa ist nämlich, zerstörerisch oder tödlich. Ich bin selbst davon überzeugt, dass viele Menschen im Gebet nicht die Fortschritte machen, die sie machen sollten, und nicht so frei werden, wie sie im Gebet sein sollen, einfach weil sie sich für diese destruktive Lethargie entscheide; sie geben zu früh auf in ihrer mühsamen Pilgerfahrt auf den Berghang; sie geben das ständige Sprechen des Mantras auf.

Wenn wir anfangen zu meditieren, müssen wir das Mantra während der gesamten zwanzig oder dreißig Minuten unserer Meditation sagen, unabhängig davon, in welcher Stimmung wir sind oder welche Reaktion wir zu haben scheinen. Wenn wir in der Treue beim Sprechen fortschreiten, müssen wir es dann erklingen lassen, unabhängig von den Ablenkungen oder Gefühlen, die entstehen können. Dann, wenn sich das Mantra in unserem Herzen verwurzelt, müssen wir es mit unserer ganzen Aufmerksamkeit ohne Unterlass anhören.

John Main in: Word into Silence
Übersetzt von Christiane Floyd

Aus: Daily Readings with John Main: Silence and Stillness in every season.
Paul Harris (ed.), MedioMedia, Singapore 2010